Süd LO©INJ
Veli Lo¹inj
Süd CRESA
West CRESA
Nerezine (Inseln LO©INJ)
Osor (Inseln CRES)


ie Rückkehr aus dem Süden der Adria können wir interessanter gestalten, indem wir in den breiten Kanal von Lo¹inj (Lo¹injski kanal) einfahren, der aus dem südlichen Ende der Insel Cres und der lang gestreckten Ostküste der Insel Lo¹inj gebildet wird. Am Ausgang dieses Kanals gelangen wir in eine Meerenge, an deren Ende sich Osor befindet, ein Städtchen, das diese beiden Inseln verbindet. Wenn wir aus der Richtung der Inseln Olib oder Silba kommen, wird sich dieser Kurs als der einzig mögliche im Falle stärkerer Winde aus dem dritten und vierten Quadrant erweisen. Da aber diese Winde an der nördlichen Adria nicht sehr häufig sind, versuchen wir Gründe in der Schönheit der Orte und Plätze zu finden, die sich hier anbieten und den Kurs zu wählen, den wir jetzt empfehlen wollen.

Obwohl es nicht so wichtig ist, müssen wir anständigerweise beim Einfahren in den Kvarner auf das Bestehen der Passage Kvarnerièka vrata (Tor zum Kvarner) hinweisen. Diese befindet sich zwischen den kleinen Inseln Grujica und Silba. Mit viel Fantasie ausgestattete Kinder mögen hier sogar anklopfen.
 

Jug otoka Lo¹inja
Der Kurs in Richtung Osor führt uns östlich von Ilovik und Sv. Petar und anschließend weiter entlang des Ostufers von Lo¹inj. Vele Orjule und Male Orjule bilden mit Lo¹inj einen Kanal, der Sidri¹te (Ankerplatz) Orjulke heißt. Irgendwo in der Mitte dieses Ankerplatzes werden wir die kleine Insel Trasorka erblicken, hinter der sich eine anziehende Bucht verbirgt. Sollte es jedoch notwendig sein, ist es besser, Zuflucht in Vele und Male Orjule zu suchen.

Lo¹inj ist mit Buchten überfüllt. Die Buchten Boèina und Jamna gegenüber dem nördlichen Kap Vele Orjule enden mit schönen Kiesstränden. Vor dem Kap Kri¹ka, in der Bucht, die dieses Kap abschließt, befindet sich eine zwanzig Meter lange Mole. Diese Bucht ist von den Nautikern nicht sehr frequentiert und die Meerestiefe am äußeren Ende der Mole beträgt drei Meter. Von den erwähnten Buchten bietet diese den besten Schutz vor der Bora.






Veli Lo¹inj
ie Häfen von Veli Lo¹inj befinden sich in zwei Buchten. Die erste Bucht, die Rovenska uvala, ist durch ihre lange Hafenmole leicht erkennbar. Die Mole ist fast 200 Meter lang und da sie bis zu einer von früher her bestehenden kleinen Insel aufgeschüttet wurde, ist die Meerestiefe am äußeren Ende dieser Mole nicht wie üblich die größte. Anlegen können wir ab der Stelle, wo die kleine Insel endet, die von der Mole erfasst wird. Entlang des inneren Teiles der Mole ist das Meer etwa zwei Meter tief und zwar bis zu der Stelle am Ufer, wo die Mole beginnt. Das Ufer besteht aus einem schönen Strand, der einen erschreckenden Namen trägt - Barrakuda. Im innersten Teil der Bucht Rovenska befinden sich zwei Molen, wobei die Meerestiefe am Außenende der äußeren Mole etwa 4 Meter beträgt. Beide Molen sind meist mit Booten der einheimischen Bevölkerung ausgefüllt. Diejenigen, die sich für alte Bräuche interessieren, können in unmittelbarer Nähe der Ausziehwinde eine steinerne Mühle zum Mahlen von Oliven besichtigen.

Beim Einfahren in die Bucht Rovenska müssen wir uns über die Größe der Hafenmole wundern, die irgendwie grundlos weit ins Meer hinausragt... Es wird berichtet, dass im Jahre 1799 in Veli Lo¹inj in einer kleinen Werft im Hafen Rovenska das erste größere Schiff auf der Insel Lo¹inj oder überhaupt auf den Inseln des Kvarner gebaut wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wollte man in Veli Lo¹inj eine größere Werft errichten, und zwar in der Bucht Rovenska. Zu diesem Zweck wurde der Hafen Rovenska im Jahre 1856 durch den Bau einer großen Hafenmole erweitert. Es wurde auch die Schiffswerft gegründet, aber bereits im Jahre 1857 kam es zur Weltschifffahrtskrise. Von den ehrgeizigen Plänen ist nur die Hafenmole übriggeblieben. Daher ist sie so groß!

Veli Lo¹injDer zweite Hafen von Veli Lo¹inj reicht tief in das Stadtzentrum. Die Nautiker können am etwa einhundert Meter langen Kai direkt zu Füßen der großen Barockkirche anlegen. Am Beginn des Kais, d.h. am Beginn der Einfahrt, beträgt die Meerestiefe etwa 4 Meter und verringert sich zur Stadt hin bis auf 1,5 Meter.

Achtung! Keine dieser beiden Buchten bietet einen guten Schutz vor der Bora.

Veli Lo¹inj hat eine lange touristische Tradition. Im Jahre 1866 errichtete Erzherzog Karl Stefan das bekannte Schloss (Morska stra¾a) und 1892 wurde Veli Lo¹inj zum Klimakurort proklamiert. Der Besitzer des erwähnten Schlosses wurde durch den Anbau verschiedenster Pflanzen im Park des Schlosses bekannt. Seinem Beispiel folgten viele Schiffskapitäne, die von ihren Fahrten bis dahin in dieser Gegend unbekannte Pflanzen nach Lo¹inj mitbrachten. Um nicht zu lange mit der Geschichte von Veli Lo¹inj fortzufahren, denn dies ist Sache anderer Reiseführer, möchten wir die Hungrigen unter Ihnen auf die vielen guten Restaurants hinweisen. 



lein-Lo¹inj/Mali Lo¹inj (obwohl größer als Veli Lo¹inj/Groß-Lo¹inj) ist nur einige Kilometer weit entfernt. Dorthin gelangt man mit dem Auto, dem Autobus oder per Schiff oder Boot.

Zwei Meilen nördlicher von Veli Lo¹inj, in der Bucht Privlaka, wurde eine (bewegliche) Drehbrücke errichtet, die im Sommer zweimal täglich geöffnet wird, so dass man die genaue Zeit erfragen muss. Die sicherste Auskunft erhält man im Hafenamt in Mali Lo¹inj. Im Falle einer starken Bora wird die Brücke nicht geöffnet, wobei der Grund dafür die gefährlichen Wellen sind, welche die Schifffahrt durch den schmalen Kanal behindern. Unmittelbar bei der Ausfahrt aus dem Kanal (auf der Seite von Mali Lo¹inj) befindet sich eine Marina. Da wir natürlich im Lo¹injski kanal verweilen wollen, werden wir nur zusehen, wie sich die Brücke dreht und die schmale Durchfahrt zwischen den beiden Inseln für die Boote freigibt. 

Die Brücke wird um 9 Uhr und um 18 Uhr geöffnet.

Wenn sich die Brücke nicht öffnet, ist dies ein Zeichen, dass die Bora bläst. Der beste Zufluchtsort befindet sich nur eine Meile rückwärts in Richtung Veli Lo¹inj. Genauer gesagt, in der tiefen Bucht Baldarka. Deren nordwestlicher Arm bietet vor der Bora guten Schutz. Am südlichen Ende befindet sich eine kleine Mole, die Meerestiefe beträgt etwa drei Meter, jedoch wird es schwer sein, einen freien Platz zu finden. Aber ausruhen kann man ja auch vor Anker. 

Jug otoka Cresa
Unser nächstes Ziel auf unserer Fahrt beinahe geradeaus nach Norden ist der südlichste Teil der Insel Cres, schräg gegenüber dem Lo¹injski kanal.

Die gesamte Südseite von Cres ist von vielen Buchten eingekerbt und wenn man sich fragt, nach welchen Kriterien wir eine von ihnen auswählen werden, lautet die Antwort: diejenige die am tiefsten in die Insel eingekerbt ist. Das ist jedenfalls Jadri¹æica.

Das Ostufer von Jadri¹æica ist von hohen Felsen umgeben und diese wiederum von Kiefernwäldern. Hier haben die Nudisten ihr Paradies gefunden. Natürlich gibt es für diese auch ein schönes Camp, das in der Bucht Bokiniæ beginnt. Falls Platz vorhanden ist, können wir das Boot an einer kleinen Mole vertäuen, an deren äußerstem Ende das Meer 2 Meter tief ist.

Ein kleiner Meeresarm reicht etwa einhundert Meter in Richtung des Dorfes Pogana. Hier befinden sich einige kleine Molen, die jedoch wegen der dortigen Meerestiefe nicht absolut zu empfehlen sind. Nur an der Innenseite der Hauptmole, die durch einen grünen Leuchtturm zu erkennen ist, beträgt die Meerestiefe etwa 2 Meter. Wie weit wir uns auch im Inneren der Bucht befinden mögen, wenn wir hören, dass ein Jugo zu erwarten ist, sollten wir die Bucht verlassen. Vor der Bora, die uns im Unterschied zum Jugo überraschen kann, sind wir hier glücklicherweise gut geschützt.

Auf der Fahrt nach Osor müssen wir vorsichtig sein und ununterbrochen auf die Seekarte blicken. Überall um uns herum ist das Meer seicht und voller Fallen, so dass es das Beste ist, jedes Kap in weitem Bogen zu umfahren. 



Jugozapad otoka Cresa
ie westlichen Ufer von Cres, die gemeinsam mit dem benachbarten Lo¹inj den Lo¹injski kanal umsäumen, locken uns auch von dieser Seite mit vielen Buchten.

Wir wollen nur die größten erwähnen: Martin¹æica und Kaldonta. Bereits ein Blick auf die Karte verrät uns, dass es sich um sichere Zufluchtsorte vor der Bora handelt, aber dass nur eine von ihnen uns auch vor dem Jugo schützen wird, nämlich die Bucht Kaldonta.

Von den größeren Orten unmittelbar vor Osor, jedoch jetzt wieder auf der Insel Lo¹inj, ist Nererezine für uns interessant. Zweifellos werden wir uns zunächst fragen, was hier im Meer schwimmt (oder auch nicht schwimmt!).
Um durch das Kap besser geschützt zu sein, verlängerten es die einfallsreichen Ortsbewohner, indem sie in dessen Verlängerung einen eisernen Lastkahn (Prahm) versenkten. Über diesen Prahm (oder ist es vielleicht ein sog. Leichter, d.h. ein schwimmfähiger Container) wird auch der Zutritt zu der Schiffswerft ermöglicht, in der die Nautiker auf eine qualitätvolle und vielfältige fachliche Hilfe zählen können. Anlagen kann man am steinernen Kai der Werft, wo die Meerestiefe etwa drei Meter beträgt.


Nerezine

er Hafen von Nerezine befindet sich etwas nördlicher. Die Einfahrt ist zwischen der Hafenmole, die den kleinen Hafen von der südöstlichen Seite schützt, und einem kürzeren Kai an der nordwestlichen Seite. Auf dem äußeren Ende der Mole steht ein roter Leuchtturm. Am besten ist es, an der Innenseite der Mole anzulegen, wo die Meerestiefe am äußeren Ende 3,5 Meter beträgt und nahe dem Ufer 2 Meter. Vom inneren Ende der Mole bis zum gut sichtbaren Kran ist es zum Anlegen zu seicht. Im Hafeninneren befinden sich noch zwei kleine Molen, die auf Pfeilern aufgesetzt sind. An jeder von ihnen ist das Meer genügend tief
(2 - 3 m). An den Stellen, wo diese Molen das Festland berühren, befinden sich Strom- und Wasseranschlüsse. Die Westseite des Hafens ist seicht. Muss man überhaupt erwähnen, dass es in Nerezine auch gute Restaurants gibt?  

Wenn wir in Nerezine anlegen, bietet sich Gelegenheit zur Besteigung des hohen Osorèica-Berges. Lassen Sie sich nicht beirren, wenn sich die Ortsbewohner über Sie wundern (denn seit wann sind Nautiker auch Bergsteiger?!). Die Einheimischen selbst besteigen an jedem 27. Juli (dem Feiertag der hl. Anna ) die Osorèica, bzw. gehen dort in der Kapelle des hl. Nikolaus zur Messe. Verantwortungsbewusstere Skipper werden eine solche Gelegenheit ausnützen, da man aus dieser Höhe beinahe die gesamte Kvarner-Bucht überblicken kann. Außer der Seekarte und anderen Hilfsmitteln, deren wir uns bei der Navigation bedienen, ist es nützlich, manchmal auch in der Wirklichkeit das von uns befahrene Aquatorium zu betrachten.

Nach Nerezine steht uns jetzt nichts mehr im Wege, in den Kanal von Osor (Osorski kanal) einzufahren. Natürlich gibt es in der Welt berühmtere Kanäle, wie z.B. den Panama- oder den Kieler Kanal. Der Osorski kanal ist jedoch älter als diese, viel älter.

Rund um das Kap Lopar befinden sich Markierungen, die uns darauf hinweisen, wie wir den Kanal passieren sollen. Wie es auch die Karte zeigt, ist der ganze Kanal sehr seicht. Die fünf roten Markierungen in Form von Walzen, die an Betonfundamenten befestigt sind, müssen von der östlichen Seite umfahren werden. Es ist wichtig zu wissen, dass der sichere Kurs nicht unmittelbar entlang der Markierungen führt, sondern fünfzehn Meter von diesen entfernt. Natürlich sollten wir uns in Meerengen an ähnliche Gepflogenheiten halten, wie sie auch im Straßenverkehr üblich sind. Halten wir uns also an die rechte Seite (diese Regel gilt auf dem Meer auch für Engländer).

 

Osor

sor. Wenn wir unsere Reise im mondänen Opatija begonnen haben, das durch sein Aussehen zeigt, dass es erst irgendwann am Ende des neunzehnten Jahrhunderts entstanden ist, schickt es sich, diesen nautischen Führer durch den Kvarner mit dem tausendjährigen Osor zu beschließen.
Die Erzählung über Osor beginnt mit den für jede Erzählung üblichen Worten: Es geschah vor langer Zeit, als die Inseln Cres und Lo¹inj noch eine einzige Insel waren - Apsirtides. Zu dieser Zeit wurden die umliegenden Meere von den Liburnern befahren, erfahrenen Seefahrern und tapferen Kriegern. Darüber nachdenkend, wie sie noch schneller an ihr Ziel gelangen könnten, fanden sie eine Lösung, indem sie an der schmalsten Stelle der Insel Apsirtides einen Kanal gruben, um die nördliche Adria rascher durchqueren zu können.
Der Name stammt natürlich nicht von den Liburnern. Die Namen stammen von griechischen Seefahrern, die an der Adria an den dafür geeigneten Stellen Städte gründeten. In den Fundamenten eines Teiles der Wehrmauern gibt es Spuren aus der griechischen Zeit, aber auch noch viel ältere wie die Archäologen behaupten (sogar aus dem Jahr 1600 v.Chr.). Zur Zeit der Griechen hieß die Stadt Apsoros, woraus später Osor wurde. Entlang des Kanals entwickelte sich auf der Seite von Cres ein bedeutendes Seefahrtszentrum. Den Höhepunkt ihrer Entwicklung erlebte Osor während der Römerzeit. Man nimmt an, dass sich der Haupthafen von Osor in der Bucht Bijar befand. Die Stadt besaß alles, was damals eine Stadt ausmachte: ein Forum, ein Theater, Tempel und jedenfalls eine große Einwohnerzahl. Im Jahre 530 wurde in Osor ein Bistum gegründet. Den Beweis dafür bieten die Überreste der altchristlichen Bischofskathedrale und einer Taufkapelle aus dem 6. Jahrhundert, die sich auf dem heutigen Friedhof befinden.

Als im 7. Jahrhundert die Kroaten kamen, fand die verbliebene romanische Bevölkerung in Osor Zuflucht, das jedoch im 9. Jahrhundert das Schicksal vieler am Meer liegenden Städte ereilte, indem es von unbarmherzigen Seefahrern und den Sarazenen verwüstet wurde.

Im Jahre 1498 erhielt das Bistum Osor eine neue Kathedrale und ein Bischofspalais. Heute können wir uns davon bei einem Besuch der Pfarrkirche mit ihrem vielfältigen und reichhaltigen Kircheninventar überzeugen. Am Ende des 15. und im 16. Jahrhundert wüteten in Osor die Pest und die Malaria. Das war der Grund, warum die Bischofsresidenz in die Stadt Cres übersiedelte. Das Bistum Osor wurde im Jahre 1822 aufgelöst und sein Besitz dem Bistum Krk einverleibt. Heute zählt dieses Stadt-Museum etwa einhundert Einwohner. Einer von ihnen ist für die Öffnung der Brücke um 9 Uhr und um 17 Uhr verantwortlich.

Die Brücke öffnet sich durch eine Drehung nach dem Osten. Vorteil genießen jene Boote und Schiffe, die aus dem Süden kommen, da sich jeweils nur ein Boot im Kanal befinden darf. Die Strömung im Kanal kann bis zu 6 Knoten Geschwindigkeit erreichen, so dass Vorsicht geboten ist. Sollten Sie Interesse an diesem Stadt-Museum haben, können Sie am Ende des Kanals auf der Seite von Cres anlegen und zwar so nahe wie möglich am roten Leuchtturm. Die Meerestiefe beträgt hier etwa vier Meter.

Nach der Durchfahrt durch den Osorski kanal breitet sich wieder der Kvarner vor uns aus. Jetzt aber kennen wir ihn bereits viel besser.