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Nautiker, die aus dem nördlichsten Teil der Adria kommen, wobei sie an Umag,
Rovinj, Pula...vorbeikommen, werden in die Kvarner-Bucht nach dem Umfahren des Leuchtturms
Porer einfahren.
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Das Vermischen der Meeresströmungen in der unmittelbaren Nähe von Porer,
das manchmal so stark sein kann, dass die Wasserwirbel Unbehagen hervorrufen,
lässt auch den Laien erkennen, dass es hier irgendwo eine Grenze zwischen
irgendetwas gibt. Die Nautiker werden ohne Rücksicht darauf, was die
Maßgebenden für die Definition der Grenzen zwischen Staaten oder Regionen
sagen werden, zustimmen, dass von Porer aus nach Osten Wetterbedingungen
herrschen, wie sie für die Kvarner-Bucht charakteristisch sind. Die Bora
beispielsweise, als einer der Faktoren, welche die Kvarner-Bucht von irgendeiner
anderen Bucht (oder einem ihr zugehörigen Teil des Meeres) unterscheidet,
bläst bis Porer auf die eine Weise, jedoch westlich von Porer auf eine andere
Weise. Die Meereswellen wälzen sich, getragen von der kräftigen Bora von den
schnellen Abhängen von Cres, bis zu diesem Leuchtturm, während es sie westlich
von Porer überhaupt nicht gibt. Dies ist ein Grund, warum Porer aus der Sicht
der Nautiker ein Bestandteil der Kvarner-Bucht ist. Wenn wir in Eile sind, z.B.
wenn wir nach Unije oder Susak fahren und nach einigen Meilen gezwungen sind
umzukehren, wird die logischste Entscheidung sein, nach Porer zurückzukehren.
Auf der Seekarte kann man sehen, dass die Einfahrt nach Pomer sehr schmal und
seicht ist. Dem ist auch die Tatsache hinzuzufügen, dass wir über einen Fall
reden, wo wir wegen der Wetterbedingungen gezwungen sind, in Pomer Schutz zu
suchen. Während der Bora gibt es hier hohe und schnelle Wellen. Bei der
Bestimmung des Kurses beim Einfahren in Pomer, darf man nicht vergessen, dass
auf der Karte Tiefen eingezeichnet sind, die sich auf den Zustand beziehen, in
dem das Meer ruhig ist. Wenn wir jedoch bei zwei Meter hohen Wellen fahren,
müssen wir wissen, dass sich die bezeichneten Meerestiefen um die Hälfte der
Größe der Wellenhöhe verringern.
In Pomer muss man zwischen den kleinen Inseln Ceja und Bodula¹ einfahren,
wobei man das Kap Munat ansteuert. Die kleine Insel Fenera , die sich einige
Kabel südöstlich von Ceja befindet, müssen wir von der östlichen Seite her
umfahren. Nachts wird uns der Leuchtturm auf dem Kap Munat mit seinem weißen
Sektor bis zur Einfahrt in den schmalsten Teil der Bucht führen. Jemand wird
sagen, dass es gefährlich sei, nachts in diese Bucht einzufahren. In diesem
Führer für Nautiker haben wir uns bemüht, diese Wort (gefährlich) nicht zu
verwenden. Auf dem Meer wird nämlich alles gefährlich, was mit den
grundlegenden Prinzipen der Seefahrt nicht im Einklang steht. Wäre also die
Einfahrt nach Pomer nicht gekennzeichnet und gäbe es keinen Leuchtturm, würden
wir zustimmen, dass das Einfahren gefährlich ist. Aber in diesem Falle muss man
sich an die Anweisungen (der nautischen Karte) halten und es gibt keinen Grund
von einer Gefahr zu sprechen. Voraussetzung ist natürlich, dass man mit der
nautischen Karte umzugehen weiß. Wenn dies nicht der Fall ist, ist es bereits
gefährlich, auf das Meer hinauszufahren, geschweige denn zu versuchen,
irgendwohin zu gelangen.
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 Das
Einfahren in die Kvarner-Bucht aus der Richtung Pomer wird im Falle einer
starken Bora oder eines ebensolchen Jugo bedeutend erschwert. Beide Winde
erzeugen große Wellen, und demjenigen, der die Bewegungsrichtung der
Meeresströmungen nicht kennt, kann auch die eigene Bewegung zu einem Rätsel
werden. Unerfahrenen Nautikern empfehlen wir daher, in beiden Fällen den
sicheren Hafen in Pula anzulaufen.
Müssten wir uns dennoch entscheiden, welcher Wind hier unangenehmer ist
(denn die Winde an und für sich sind nicht gefährlich), würden wir uns
trotzdem für die Bora entscheiden. Die Wellen des Jugo, so stark er auch sein
möge, werden uns nämlich immer die Möglichkeit einer Wahl lassen: die
Rückkehr in eine der sicheren Buchten Istriens oder der Versuch, sich zu einem
Teil des Kvarner durchzukämpfen, der vor dem Jugo geschützt ist.
Zum Unterschied vom Jugo, drängt uns die Bora aus dem Kvarner hinaus. Die
Adria ist kein so großes Meer, dass wir uns nicht zum Anlegen an einer
benachbarten Küste wie es die italienische ist, entschließen könnten. Nach
siebzig Meilen, die unsere Küste von der italienischen trennt, wird die Bora
sicher ihre Kraft verlieren.
Die Starrsinnigeren oder Diejenigen, die aus irgendeinem Grund die
Durchquerung des Kvarner nicht verschieben können, erinnern wir daran, dass es
bis zum ersten sicheren Zufluchtsort auf der Insel Unije etwa fünfzehn Meilen
sind. Motorboote werden auf diesem Kurs die Wellen der Bora nur schwer ertragen,
da sie fast genau von der Seite kommen. Segelboote werden streng gegen den Wind
segeln und den Kurs mit einigen Manövern wieder ausrichten müssen. Irgendwo in
der Mitte des Kvarner wird die Bora den Seglern aus einer günstigeren Richtung
zu blasen beginnen und wenn wir schließlich hinter der Insel Unije Zuflucht
gefunden haben, wird die Besatzung sicher darin übereinstimmen, auf der Insel
Unije Halt zu machen und sich gut auszuruhen.
Unwetter
in der Kvarner-Bucht
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etzt
ist Gelegenheit dazu, etwas mehr über diese bekannten Unwetter in der
Kvarner-Bucht zu erfahren. Aus der Richtung Pomer steht uns nämlich der
offenste Teil des Kvarner bevor. Die zwanzig Meilen, die vor uns liegen,
reichen aus, dass uns ein sommerliches Unwetter überrascht.
Es gibt verschiedene Volksweisheiten darüber, wie man sich auf dem Meer bei
Unwettern verhalten soll. Aber obwohl wir am Beginn dieses Führers für
Nautiker gesagt haben, wie sehr wir die hundertjährige Erfahrung der hiesigen
Seeleute schätzen, ist nunmehr der Augenblick gekommen, zu sagen, dass sich
die Zeiten geändert haben und einige Erfahrungen auf modernen Booten und
Schiffen nicht mehr anwendbar sind.
Vor allem muss gesagt werden, dass Überraschungen heute viel seltener sind,
da die Meteorologie einen beneidenswerten Grad an Genauigkeit erzielt hat. Die
Zeichen eines aufziehenden Unwetters sind ebenfalls gut erkennbar. Die hohen
Haufenwolken (Kumulus) wachsen zu noch höheren Gewitterwolken (Kumulonimbus)
und wenn sich ihre oberste Schicht zu einer Form auszudehnen beginnt, die am
meisten einem Hufeisen ähnelt, können wir sicher sein, dass aus dieser Wolke
ein Unwetter auf das Meer niedergehen wird. (Einige vergleichen dieses Hufeisen
mit dem grauen Bart eines alten Mannes).
Vor dem Eintreffen des
ersten Ansturms von Regen und Wind, herrscht auf dem Meer völlige Stille. Die
sommerlichen Unwetter werden von einer ausgeprägten Schwüle begleitet. Vor
den Windstößen, deren Ursache das Unwetter ist, bläst für gewöhnlich eines
leichtes Lüftchen aus entgegengesetzter Richtung, das meist vom Festland kommt
und oft den Duft der Kiefernwälder mit sich bringt. All dies geschieht nicht
plötzlich, da aber die Unwetter meistens in den Nachmittagsstunden und am
Vorabend auftreten, genügt ein Blick nach Westen, um ein kommendes Unwetter
vorherzusehen.
Das Wichtigste: ein Unwetter ist Bestandteil der Schifffahrt und man sollte
davor nicht die Flucht ergreifen. Im übrigen zeigt die Geschwindigkeit, mit
der ein Unwetter vorankommt, dass es davor kein Entfliehen gibt.
Die heutigen Schiffe und Boote sind von solcher Beschaffenheit, dass uns ein
Unwetter, wie es in der Kvarner-Bucht auftritt, und das meist nur zwischen 20
und dreißig Minuten anhält, nicht gefährden kann. Natürlich außer in jenen
Fällen, wo wir schwere Fehler begehen.
Zum Beispiel: wir sind ausgelaufen, ohne vorher die Wetterprognose
gehört zu haben. Falls wir uns bei einer Unwetterprognose in einer Marina
befinden oder das Boot sicher vertäut oder verankert ist, ist es besser,
zuzuwarten, bis das Unwetter vorübergezogen ist und anschließend zu sehen,
wie der weitere Wetterverlauf ist.
 Man
muss gut prüfen, ob die Bucht, in der wir vor Anker sind, eine sichere
Zuflucht vor einem Unwetter bietet. In der Regel sind gegen Westen geöffnete
Ankerplätze unsicher. In diesem Fall werfen Sie keinesfalls einen weiteren
Anker aus. Irgendwelche Zweifel an der Sicherheit des Ortes, wo Sie vor Anker
sind, müssen Sie zum Auslaufen veranlassen. Falls Sie sich nach dem nächsten
Schritt fragen, nachdem Sie sich entschlossen haben, einen zweiten Anker
auszuwerfen: ein dritter Anker ? Nein, der nächste Schritt ist das Verlassen
des Schiffes, um dann voller Angst vom Land aus beobachten, was mit dem Schiff
geschehen wird. Wenn Sie aber nur einen einzigen Anker ausgeworfen haben,
sollten Sie prüfen, ob Sie ihn ohne Probleme hieven können oder aber ein
scharfes Messer vorbereiten. Sie müssen immer zum Auslaufen bereit sein.
Ein anderes Beispiel: wenn wir bereits
in der Überzeugung ausgelaufen sind, dass uns ein Unwetter nichts anhaben kann
und wir nach einiger Zeit sehen, wie der schwarze Himmel bereits bis zum Meer
reicht, dürfen wir nicht umkehren, ohne Rücksicht darauf, wie geängstigt wir
jetzt sind. Man muss sich so weit wie möglich vom Festland oder von der Küste
entfernt halten, denn bei einem Unwetter stellt das Festland die einzige Gefahr
dar. Wenn wir aus Angst umkehren, um mit voller Kraft des Motors das Festland
zu erreichen, wird uns meistens der erste, heftigste Windstoß unmittelbar vor
der Einfahrt in das Refugium erfassen. Da wir aber nicht allein sein werden
(viele werden versuchen vor dem Unwetter zu flüchten, vor allem die Besitzer
von Motorbooten, die sich auf die Geschwindigkeit und Kraft ihrer Motoren
verlassen), kann allerlei passieren. Hier sollte man sich nicht auf die
Unerfahrenheit ausreden, da es viel mehr Erfahrung bedarf, in diesem Gedränge
mit dem Boot zu manövrieren. Alle werden versuchen, buchstäblich
"irgendwo" anzulegen, so dass es bei weitem sicherer ist, auf dem
offenen Meer zu bleiben.
Ein drittes Beispiel: falls wir doch den Rat befolgt haben und auf
dem Meer geblieben sind, müssen die Segler die Segel hissen. Die alten
Seeleute sagten, dass man bei Unwetter die Segel einziehen müsse, jedoch
hatten sie eine andere Takelage und andere Segel. Wir raten Ihnen, einen Teil
des Hauptsegels zu hissen, den zweiten oder dritten Arm, um damit das erste
Anstürmen des Windes zu erwarten.
Vierter Fehler: lassen Sie nicht den Motor an.
Alle angeführten Fehler erfolgen
aus Angst. Die Angst gehört ebenso wie ein Unwetter zur Schifffahrt und man
braucht sich dessen nicht zu schämen. Für die erfahreneren Schiffer ist die
Angst nur eine Warnung, dass etwas getan werden muss. Und das Einzige was getan
werden muss, ist, das Schiff für ein Unwetter vorzubereiten.
 Zunächst
hissen wir also das Segel. Das Hauptsegel, oder aber, wenn wir in die Richtung
der Bewegung des Unwetters fahren wollen, das Sturm-Focksegel. Auf dem Segel
muss man die Leisten überprüfen und das dünne Seil spannen, das die Spannung
des letzten Besatzes des Segels reguliert. Viele werden sagen, dass sie das
Segel nicht hissen, damit es nicht aufgeschlitzt wird. Wenn die Segel wie
beschrieben aufgesetzt sind, wird sie der Wind nicht aufschlitzen. Die Segel
reißen nur dann, wenn sie unkontrolliert schlackern, während sie vom Wind
nicht zerrissen werden, wenn der erste oder zwei Arm gut aufgesetzt ist. Da die
meisten Nautiker heutzutage Rollsegel benützen, müssen Sie herausfinden, wie
der letzte Besatz des Segels gespannt wird.
Jedenfalls müssen alle Ventile, die ein Eindringen des Wassers in das Boot
verhindern, geschlossen werden. Einige Boote haben damit mehr Probleme, einige
weniger, jedoch ist es wichtig, alle Ventile zu schließen.
Alle Gegenstände, die sich
auf dem Deck befinden, müssen befestigt werden und im Kabineninneren muss
alles auf seinen Platz gestellt werden. Falls sich Kinder auf dem Boot
befinden, müssen sie in der Kabine in Gegenwart eines Erwachsenen sitzen
bleiben.
Diejenigen, die auf dem Deck verbleiben und sich auf einen Kampf auf Leben
und Tod vorbereiten (wir scherzen nur!), müssen sich angurten. Es tut nicht
gut, sich mit Alkohol Mut zuzusprechen, da man sich an die Angst gewöhnen
sollte. Im übrigen seien Sie überzeugt, dass das Unwetter nichts gegen Sie
hat und dass es viel gefährlicher ist, in irgendeiner Stadt zu leben.
Vor dem Eintreffen des Unwetters sollte man sich den Kurs auf dem Kompass
einprägen, der uns eine Fahrt in einiger Entfernung von der Küste garantiert.
Es kann geschehen, dass so ein starker Gewitterregen niedergeht, der uns daran
hindert, irgendetwas wahrzunehmen, was rund um das Boot vor sich geht, so dass
es genügt, auf den Kompass zu achten und sich an den vorbestimmten Kurs zu
halten.
Sobald der erste Windstoß erfolgt - segeln Sie. Gegen den Wind und in das
Unwetter! Sie werden überrascht sein, wie sich ein auf diese Weise
zurechtgemachtes Segelboot selbst seinen Weg durch Wellen und Wind bahnt. Sie
werden zwar nicht schnell vorankommen, sich aber in Sicherheit bringen.
Denken Sie nicht an irgendwelche Spannanker oder an Seile, die Ihr Boot
stabilisieren sollen. Sie werden sich in diesen nur verfangen. Solche sind für
Ozeane und für viel erfahrenere Schiffer.
Und nun ist auch dieses Unwetter vorüber! Wenn der Regen aufhört, erwartet
Sie eine Überraschung: inzwischen sind wir nämlich bereits in der Nähe der
Insel Unije angelangt.
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wir erst am Beginn unserer Kreuzfahrt stehen, scheint uns die Begegnung mit der
Zivilisation noch nicht entsprechend. Wir können jetzt in der Bucht Vrulje im
südlichen Teil der Insel Zuflucht suchen, obwohl diese Bucht nur vor einer Bora
sicheren Schutz bietet. Der Meeresboden in dieser Bucht ist kiesig, so dass uns
der Anker keine allzu große Stütze sein wird.
Die Ortschaft Unije liegt an der Westküste der gleichnamigen Insel.
Sie verfügt über eine nicht gerade große Hafenmole, die direkt an das Zentrum
des Ortes anschließt und an deren äußerem Ende sich ein roter Leuchtturm
befindet. Hier gibt es Platz für etwa zehn Jachten, wobei die Meerestiefe am
äußeren Ende der Mole mehr als fünf Meter beträgt. Anlegen kann man nur an
der Innenseite der Mole. Wenn es dort keinen Platz gibt, können wir in der
Mitte der Bucht den Anker auswerfen, der in einer Tiefe zwischen 5 und 10 Meter
greifen wird. Beim Ankern können wir uns in Gedanken helfen, indem wir eine
Linie ziehen, die das äußere
Ende der Hafenmole mit dem Felsen ©koljiæ verbindet. Den Anker muss man dann
irgendwo entlang dieser Linie auswerfen. Der Teil der Bucht zwischen dem Felsen
©koljiæ und Unije (in Richtung des vorspringenden Kaps Nart) ist nicht genügend
tief, so dass man ihm ausweichen sollte.
Wenn
wir die Nacht in Unije verbringen, sollten wir nicht überrascht sein, wenn wir
morgens durch ein Klopfen auf dem Deck geweckt werden, da ein Linienschiff
versucht, an der Mole anzulegen, so dass fast alle hier vertäuten Boote Platz
machen müssen. Falls aber die Bora inzwischen zu blasen aufgehört hat, bietet
uns dies Gelegenheit für eine Rundfahrt um die Insel. Bei der Fahrt nach Norden
kommt man an einem äußerst photogenen Teil der Insel mit dem Namen Vele
stijene vorbei. Mit seinen senkrechten Felsen, die bis ins Meer reichen, wird
man an die Landschaft der Kornaten-Inseln erinnert. Etwas weiter nördlich
kommen wir zu der schönen Bucht Zasmokve. Bei der Weiterfahrt entlang der
Küste der Insel Unije muss auf Untiefen geachtet werden, die mit Kreuzchen
bezeichnet sind, was bedeutet, dass sich unmittelbar unter der Meeresoberfläche
irgendein Riff befindet.
Für Abenteuerlustige wird es eine Herausforderung sein, zwischen der kleinen
Insel Samunæel und der Küste von Unije zu fahren. Im
übrigen befindet sich auf einem Felsen in unmittelbarer Nähe der kleinen Insel
eine Bezeichnung, welche die Nautiker zum Umfahren auf der westlichen Seite
anweist.
Beim
Umfahren des nördlichsten Teiles der Insel, auf dem sich auch ein Leuchtturm
befindet, wird sich unserem Blick die tiefe Bucht Goligna öffnen. Ein Blick auf
die Karte wird uns sagen, dass wir hier nicht verweilen sollten, falls die
Wetterprognose eine Bora ankündigt. Jedoch im Falle irgendeines anderen Windes
werden wir hier gut geschützt sein.
An der Ostküste von Unije befinden sich drei Buchten, Maraèol, Podkujni und
Vogni¹æa. Alle diese drei herrlichen Buchten haben sich tief in die Insel
Unije eingeschnitten, wobei Maraèol den sichersten Zufluchtsort vor der Bora
bietet. Aus der Richtung Pomer kommend, konnten wir natürlich in diesen Buchten
nicht Schutz suchen, aber für diejenigen, denen die Bora zu kräftig bläst,
und die jenen Teil der Küste von Lo¹inj entlang fahren, über dem sich der
Berg Osorèica erhebt, stellen die Buchten einen
sicheren Zufluchtsort dar. Wenn wir wählen können, in welche wir einlaufen
wollen, lautet die Empfehlung - Maraèol. Diese Bucht zeigt noch die Spuren
der früheren Militärmagazine. Da die Armee seit jeher die besten Zufluchtsorte
zu wählen wusste, darf uns die Zahl der Nautiker, die ihren Schutz dieser Bucht
anvertrauen, nicht überraschen. Das Gedränge ist hier bei schlechtem Wetter
größer. Das Ende der Bucht wird von einer kleinen Brücke überbrückt. Der
Meeresboden ist sandig und in der Mitte der Bucht wird der Anker bei 7-9 Meter
Tiefe den Grund berühren.
Weiter nach Süden gibt es keine besonderen Sehenswürdigkeiten für
Nautiker. Unweit des südlichsten Kaps von Unije findet sich die Markierung
einer Untiefe. Da wir diese aber von allen Seiten umfahren können, wird sie
für uns keine besondere Herausforderung darstellen. Dennoch sollte man das
Relief dieser Untiefe auf der Karte gut beobachten.
rakane.
Wir unterscheiden dabei Velike Srakane und Male Srakane. Es sind
dies zwei kleinere Inseln, die sich in der Verlängerung des südlichsten Kaps
von Unije befinden.
Srakane wirkt irgendwie geheimnisvoll. Auf diesen Inseln bemerkt man selten
Leute, sogar die Häuser sind irgendwie verborgen, jedoch nachts gut beleuchtet.
Zwischen Male und Velike Srakane ist die Durchfahrt seicht und man erzählt
sich, dass die Bewohner dieser Inseln hier nachts von einer Insel auf die andere
fahren, damit zufällige Gäste nicht erfahren, auf welcher dieser beiden Inseln
sie nächtigen. Bei diesem Verbergen hilft ihnen auch das Schilf, das die
Menschen überragt, so dass ... Aber nein, wir spaßen nur. Diese Leute haben
keinen Grund, sich vor uns zu verbergen. Im Gegenteil, sie sind durch ihre
Gastfreundlichkeit bekannt. Besonders im Winter. Srakane ist nämlich ein
Gebiet, wo sich im umliegenden Meer während der Wintermonate eine Menge Kalmare
(Tintenfische) einfinden. Die Fischer aus dem gesamten Kvarner kommen hierher,
da der tägliche Fang hier unvergleichlich größer als jener an anderen Stellen
ist.
So oft wir auch Srakane umfahren, werden wir nur
schwer einen Ort finden, der uns Zuflucht bieten könnte. Wenn uns die Neugier
trotzdem bewegt, auf dieser Insel anzulegen, dann ist dies nur an einer Stelle
möglich. In der Bucht Gornja Trata an der Westseite der Insel, unterhalb des
Dorfes Vele Srakane, befindet sich eine betonierte Mole, die jedoch nur
fünfzehn Meter lang ist. Am äußeren Ende dieser Mole ist das Meer etwa drei
Meter tief, wobei man nur in der Nähe des Endes der Mole sicher anlegen kann.
Srakane ist sicher die beste Einführung in das, was uns auf der Insel Susak
erwartet, die sich nur vier Meilen südlicher befindet.
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die Kornaten eine Inselgruppe sind, die am meisten im Bild verewigt wird, dann
ist Susak die Insel, von der am meisten gesprochen wird. Übrigens haben
einige Wissenschafter über die Vielfältigkeit und Besonderheit von Susak ihre
Doktorarbeit geschrieben. Susak ist für Viele interessant: Die Linguisten
erforschen die Sprache ihrer Bewohner, die sich von allen anderen kroatischen
Mundarten unterscheidet. Die Weinbauer wiederum suchen das Geheimnis des einst
weithin bekannten Weines von dieser Insel zu ergründen, während die Baumeister
untersuchen, wie die Bewohner von Susak das Meerwasser durch Sandkanäle in
Brackwasser filtrieren. Die Biologen wiederum interessieren die Gewächse auf
dieser Insel, während die Geologen versuchen, hinter das Geheimnis der
Entstehung von Susak zu kommen. Deren Bewohner - offensichtlich an diesen
Problemen nicht genügend interessiert - sind nach und nach in großer Zahl
emigriert. Dies hat den Linguisten neue Verwicklungen beschert, da jetzt in
einem Dialekt gesprochen wird, der weit gehend amerikanisiert ist. Es gibt noch
eine Besonderheit auf dieser Insel, die sie von allen anderen unterscheidet.
Anstelle der gut bekannten Steinmauern trennen die Besitze auf dieser Insel
Schilfrohre voneinander. Das Schilfrohr wird auf die Art geschnitten, dass es
zwischen den Feldern wie eine Mauer wächst, die gleichzeitig die Gewächse vor
dem Wind und dem von diesem hierher gewehten Meeressalz schützt.
Auf dem höchsten Gipfel der Insel befindet sich ein Leuchtturm, dessen Licht
eine sehr große Reichweite hat und ihn unter die drei stärksten Leuchttürme
in der Adria einreiht. Nachts tastet sein Licht in gleichmäßigen
Zeitabständen die ganze Insel ab und wenn wir uns bemühen, eine der Anhöhen
zu besteigen, können wir sehen, wie in windigen Nächten ein ungewöhnliches
Spiel zwischen dem Licht des Leuchtturms und dem ringsum wachsenden Schilf
stattfindet.
Die Frauen aus Susak sind durch ihre ungewöhnlichen Volkstrachten, die auch
Gegenstand von Untersuchungen durch die Etnologen sind, bekannt. Viele Paare
kommen aus Amerika, um hier zu heiraten, wie beispielsweise aus der New-Yorker
Vorstadt Hoboken, um auf diese Weise ihrer Herkunft die Ehre zu erweisen.
 Der
Hafen von Susak heißt Dragoèa. Es ist dies der einzige Ort auf der Insel, wo
man anlegen kann. Eine Hafenmole schützt den kleinen Hafen vor der Bora, jedoch
ist es äußerst ungünstig, während der Bora hier einzulaufen. Nur zwanzig
Meter vom äußeren Ende
der Mole, auf der ein grüner Leuchtturm steht, befinden sich die Reste einer
eingestürzten Mole. Es handelt sich dabei um keinen einzelnen Stein oder um ein
Riff, sondern hier befindet sich unter der Meeresoberfläche eine Mole in ihrer
gesamten Länge. Im Innern des kleinen Hafens sind viele Boote der einheimischen
Bevölkerung vertäut, obwohl diese im Bewusstsein des Nutzens von den Touristen
auch für die Nautiker Plätze freihält. Da jedoch Susak eine äußerst
attraktive Insel ist, werden wir hier oft keinen Platz finden.  Am
äußeren Ende der Hafenmole ist das Meer etwa zwei Meter tief, am Ende des
inneren Anlegeplatzes drei Meter und entlang seiner Seiten etwa zwei Meter. Auf
dem Leuchtturm ist ein Verbotsschild für das Ankern angebracht, hauptsächlich
wegen des Linienschiffes, das hier täglich anlegt und welches Susak mit Mali Lo¹inj
verbindet.
Wenn es im Hafen keinen Platz gibt, werden wir einen solchen sicher
gegenüber dem Sandstrand finden, durch den Susak ebenfalls bekannt ist und der
sich in der Bucht Bok befindet. Man erzählt sich auch, dass das Baden auf den
Stränden von Susak jenen Frauen hilft, die sich Kinder wünschen, aber aus
irgendeinem Grund nicht schwanger werden können.
Ankern muss man in etwa einhundert Meter Entfernung vom Strand, da sich das
Ufer sehr gemächlich in die Tiefe absenkt. Hinter dem Sandstrand erhebt sich
ein Berg aus Sand, in welchen zahlreiche Besucher richtige Höhlen gegraben
haben, in denen sie manchmal auch einige Tage verbringen, um die Besonderheiten
dieser Insel zu genießen. An dem der Stadt zugewandten Ende des Strandes
befindet sich ein Brunnen mit Brackwasser, das im Sommer zum Duschen genutzt
werden kann.
Ungeachtet dessen, dass wir ununterbrochen behaupten, dass es sich um eine
sandige Insel handelt, treffen wir auf der anderen Seite von Susak auf ein
felsiges Ufer. Da die Bucht Bok allen Winden aus dem ersten Quadrant ausgesetzt
ist, ist es gut, Kenntnis von einem Zufluchtsort in der Bucht Tiseni zu haben.
Beim Weiterfahren entlang der Insel, werden wir nach der Bucht Tiseni mit
Unterstützung der Karte, um nicht zufällig auf eine Untiefe aufzulaufen, in
die Bucht Suzanski einfahren. Am nördlichen Ufer von Susak befindet sich die
Bucht Porat, sicherlich der beste Ankerplatz auf der ganzen Insel während einer
Bora. Auch hier müssen wir in einiger Entfernung vom Ufer ankern, da dieses
sehr langsam in die Tiefe abfällt.
Sollten wir uns in diese Insel nicht verliebt haben, führt uns die Reise von
Susak nach Mali Lo¹inj oder Ilovik. Dorthin sind wir in diesem Führer
für Nautiker bereits auf unserer ersten Transversale gelangt.
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