 m Falle eines stabilen Wetters oder einer Prognose, die keine
zu starke Bora ankündigt, beginnen wir noch einmal mit unserer Kreuzfahrt in
Opatija, wobei uns unser Kurs diesmal zwischen die Inseln Cres und Krk führen
wird und in weiterer Folge in der Kvarner-Bucht die südlicher gelegenen Inseln
Rab und Pag anpeilen wird. Von Opatija bis zur Stadt Rab sind es 45 Meilen und
wenn wir in Rab vor Einbruch der Dunkelheit ankommen wollen, dürfen wir bei
der Planung dieser Kreuzfahrt nicht vergessen, die durchschnittliche
Geschwindigkeit unseres Bootes zu berücksichtigen. Für Segelboote beträgt
die Durchschnittsgeschwindigkeit fünf Meilen in der Stunde.

Bevor wir den Bug in Richtung der Kleinen Passage (Mala Vrata),
welche die Inseln Cres und Krk abschließen, ausrichten und außerdem nicht in
Eile sind, könnten wir noch Volosko besuchen. Egal ob zu Lande oder zu Wasser,
denn von Opatija nach Volosko sind es nur einige nautische Meilen. Im Zuge des
Ausbaues mondäner touristischer Städtchen sind nach dem Vorbild Opatija's auch
in den umgebenden Orten (z.B. in Lovran) herrliche Hotelbauten errichtet worden.
Im Gegensatz dazu hat Volosko den Charakter eines Fischerortes bewahrt, wobei es
mit Erfolg das reiche touristische Angebot in sein traditionelles Ambiente
einfügte.
Die
Art, wie im kleinen Hafen von Volosko die zahlreichen Boote der einheimischen
Bevölkerung vertäut sind, sagt dem erfahrenen Nautiker genügend über diesen
Schlupfwinkel. Die Boote sind über den ganzen Hafen verteilt und in größerer
Entfernung vom Ufer verankert und vertäut, da Bora und Jugo hier eine
unangenehme Bewegung der Wellen bewirken.
Anlegen kann man am äußeren Ende der Hafenmole (roter Leuchtturm) und zwar
an deren Innenseite, wo die Tiefe etwa 3,5 Meter beträgt. Jedoch findet man
hier fast niemals einen Platz. Im kleinen Hafen selbst, vom Ufer in Richtung
Osten, erstreckt sich eine fünfzig Meter lange Hafenmole, an deren äußerem
Ende sich ein weiterer Leuchtturm befindet. Hier kann man manchmal einen freien
Vertäuungsplatz finden, wobei die Tiefe am äußeren Ende der Mole etwa 3,5
Meter beträgt. Wenn es uns gelingt, hier anzulegen, werden wir von jedem der
zahlreichen Restaurants im Hafen von Volosko aus unser Boot sehen können.
|
Surfer! Diese dürfen keinesfalls die Gelegenheit versäumen, auf der
morgendlichen Tramontana zu surfen, die seit Jahrhunderten in der Bucht Preluk
(am Ende der Kvarner-Bucht) weht. Sie beginnt etwa um Mitternacht, erreicht ihre
größte Stärke bei Sonnenaufgang und wird bis zum Mittag wieder schwächer.
Bei Sonnenaufgang nehmen hunderte von Surfern an dem bunten Treiben flitzender
Farben teil, einem Schauspiel, das es verdient, mit der Kamera oder etwas
Ähnlichem aufgezeichnet zu werden.
In der Bucht Preluk hat sich bis direkt zum Meer ein Camp ausgebreitet, das
vor der Sonne durch einen Kiefernwald geschützt ist und vor allem Surfer
beherbergt. Sie stehen sehr früh auf und gehen dann schlafen, wenn die ersten
Badegäste an den Strand kommen.
Bei der Weiterfahrt entlang der Küste möchten wir dem städtischen
Getümmel einen letzten Gruß entbieten, umfahren sodann den riesigen Hafen von
Rijeka, die Schiffswerft und alles was wir während dieser Kreuzfahrt vergessen
wollen. Wenn wir unsere Reise gut vorbereitet haben, werden wir wahrscheinlich
den städtischen Hafen nicht anlaufen, es sei denn, wir benötigen noch etwas
von der nautischen Ausrüstung (Seekarten, Navigationsbücher, Checklisten,
Verzeichnis der Leuchttürme...) oder sonst etwas dringend Benötigtes für eine
sichere Kreuzfahrt. In diesem Fall werden wir im Hafen von Rijeka anlegen, wo
wir alles Nötige finden werden. Das Hafenamt ist auf dem .... Kanal zu
erreichen.
 Da
wir zwischen Krk und Cres durchfahren wollen, fahren wir nun bereits entlang der
Küste der Insel Krk, wo wir einige schöne und interessante Orte sehen werden.
Vor allem Njivice.
ivice
besitzt eine feste steinerne Hafenmole, an deren äußerem Ende sich ein grüner
Leuchtturm befindet, und an deren Innenseite wir anlegen können. Die Mole ist
nicht allzu lang, aber bis zur Hälfte des inneren Teiles ausreichend tief. An
der Außenseite der Mole ist es unmittelbar neben deren äußerem Ende genügend
tief. Etwa zehn Meter südlicher befindet sich eine Ausziehwinde für kleinere
Schiffe, die aber ziemlich steil ist. Sollten Sie vergessen haben, jemandem
etwas zu schicken oder sich irgendjemandem zu melden, ist es gut zu wissen, dass
sich die Post in Njivice direkt am Ufer, in unmittelbarer Nähe der Hafenmole,
befindet. Gleich daneben gibt es eine Apotheke und damit die Gelegenheit, die
Handapotheke aufzufüllen.
Njivice ist durch sein Camp bekannt geworden. Dort befindet sich noch ein
kleiner Anlegeplatz, der allerdings den Erfordernissen des Camps dient. Die
Meerestiefe ist hier ausreichend, jedoch gibt es einen Hinweis, dass Nautiker
nur in Notfällen willkommen sind.
Das Camp in Njivice unterscheidet sich von vielen ähnlichen auf anderen
Inseln, wie z.B. auf der am nächsten gelegenen Insel Cres, durch die hier
wachsende Baumart. Anstatt der auf den Inseln üblichen und Kühle spendenden
Kiefern, wird hier das Camp von den Baumkronen eines dichten Eichenwaldes
abgeschirmt.
Gerade das Fehlen des Kiefernwaldes, der die leichteste und häufigste Art
der Aufforstung eines kahlen Geländes ist, zeigt, dass Krk keine Probleme mit
Trockenheit und Dürre hat. Krk ist eine Insel, die durch ihr Aussehen am
wenigsten an die übliche Vorstellung einer Insel erinnert. Die Weingärten, die
sich nicht an steile Abhänge pressen müssen, wie dies auf anderen Inseln der
Fall ist, erinnern eher an die Niederungen auf dem Festland. Die Schafe sind
nicht zwischen Steinmauern eingezwängt, die das Gras auf der Nachbarparzelle
verbergen, da es auf Krk keine größeren Probleme mit Weideflächen gibt. Es
fällt auch genügend Regen und in den fruchtbaren Tälern gibt es auch einige
kleine Flüsse. Ein anschauliches Beispiel ist der Ort Ba¹ka, zu dem die Straße
entlang eines überaus fruchtbaren Tales führt. Übrigens ist Krk keine Insel
mehr, da sie mit dem Festland durch eine imposante Brücke verbunden ist.
Einige
Meilen nach Njivice wird unser Blick von dem prachtvollen Hotelkomplex Haludovo
angezogen. Eine Vielzahl von Hotels zieht sich entlang der Küste bis nach
Malinska hin und bildet mit Haludovo ein Ganzes. Gleich am Beginn von Haludovo,
in dem Teil, der Ribarsko selo genannt wird, befindet sich ein Anlegeplatz bzw.
ein kleiner Hafen, wie ihn sich jeder Nautiker nur wünschen kann. An diesem
Anlegeplatz können wir unser Boot überall vertäuen, außer am Ende des
Hafenbeckens, das die Mole mit dem Ufer abschließt. Auch dieser Anlageplatz
ist, wie es so schön auf einer Anschlagtafel heißt, ausschließlich für
Hotelgäste reserviert. Aber wer sagt, dass nicht auch Sie, nachdem Sie einmal
angelegt haben, ihre Gäste werden.
Malinska. Von Malinska ist zu sagen, dass es bemerkenswerte
Anstrengungen hinsichtlich besserer Aufnahmemöglichkeiten für die Nautiker
unternimmt. Der große Damm zum Schutz des Hafeninneren endet etwas weiter im
Meer mit der Kennzeichnung einer Sandbank, so dass auf der Karte darauf geachtet
werden muss, von welcher Seite man einfährt. Es ist geplant, die Hafenmole noch
etwas zu verlängern, so dass sie wahrscheinlich bis zu der erwähnten
Kennzeichnung reichen wird. Der tiefste Teil des Hafens befindet sich am
südlichsten Teil der Mole. An der Mole befinden sich Strom- und
Wasseranschlüsse, was auch entlang des ganzen Ufers innerhalb der Bucht an
jenen Stellen der Fall ist, die für die Aufnahme der Nautiker vorgesehen ist.
Im nördlichen Teil der Bucht befindet sich ein Kran und weiter innen ist ein
Anlegeplatz an jenem Teil der Mole, der senkrecht an das äußere Ende der
Hafenmole anschließt. Vom Kran bis zur alten Mole, an deren äußerem Ende sich
ein roter Leuchtturm befindet, ist das Meer sehr seicht und nicht mehr als einen
Meter tief. Auf das seichte Meer weist auch die Art und Weise hin, wie die
heimische Bevölkerung ihre Boote vertäut, nämlich weit weggerückt vom Ufer
und an einer der vielen Bojen in der Mitte der Bucht vertäut. Am äußeren Ende
der alten Mole ist das Meer ausreichend tief. Vorsichtshalber sollte man das
Boot so nahe wie möglich dem Fundament des Leuchtturms vertäuen.
Wie in Haludovo befindet sich auch vor dem Hotel Malin, dessen Name an dem
Hotelgebäude gut sichtbar ist, ein kleiner Hafen für die Erfordernisse des
Hotels. In Notfällen oder wegen irgendeiner Ungelegenheit bietet er uns einen
guten Zufluchtsort. Beim Verlassen von Malinska
befindet sich auf dem Teil der Insel Krk, wo wir abbiegen und in die Mittlere
Passage (Srednja Vrata) einfahren, ein interessanter kleiner Ort mit einem
auffallenden Gebäude - einem Kloster.
lavotok.
Der kleine Hafen verbirgt eine Sehenswürdigkeit - eine Klostergarage für ihre
kleinen Boote. So wie man in den Garagen Automobile parkt, ist der Raum in den
Fundamenten des Klosters mit Wasser, d.h. mit dem Meer
ausgefüllt und von den Mauern des Klosters überwölbt. Glavotok liegt an
einer Stelle, wo sich zwei Bora's kreuzen, so dass in seiner Nähe (vielleicht
wegen ihrer Uneinigkeit) beinahe immer Windstille herrscht.
Wenn wir uns schon in der Nähe von Glavotok (dem westlichsten Teil von Krk)
befinden, sollten wir die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, um auf Cres,
der Krk gegenüberliegenden Insel, die zumindest äußerst ungewöhnliche
Ortschaft Beli zu besuchen. Wenn allerdings eine Bora vorhergesagt ist, oder
eine solche bereits zu blasen begonnen hat, wird uns die Anlegestelle in Beli
keine gute Zuflucht bieten.
Zwei Meilen südlicher von Glavotok werden wir auf zwei Buchten treffen: Vela
Jana und Mala Jana. Hier wird eifrig an Etwas gearbeitet, wenn wir aber etwas
tiefer hineinfahren, werden wir schon einen guten Vertäuungsplatz finden. Hier
gibt es auch Pontons, so dass zu hoffen ist, dass bald auch alles Nötige für
die Nautiker vorhanden sein wird.
In der Mittleren Passage (Srednja Vrata) selbst, bietet sich unserem Blick
die schöne und sichere Bucht Torkul. Nur eine Meile (oder unwesentlich mehr)
südlicher, befindet sich der Trajektanlegeplatz Valbiska. Es ist dies eine gut
geschützte Bucht, von der aus die Trajekte mit regelmäßigen Linien Krk mit
der Insel Cres verbinden. Auch während des schlechtesten Wetters, wenn andere
Trajektlinien wegen der Unwetter den Betrieb einstellen, bleiben die Trajekte
hier nie stehen. Eigentlich verkehren sie zu oft, so dass man die Bucht so rasch
wie möglich durchqueren sollte, um den Trajektverkehr nicht zu stören. Entlang der Küste von Krk
weiterfahrend, wird uns die Stadt Krk mit einem vielfältigen kulturellen und
praktischen Angebot erwarten. Im Hafen von Krk befindet sich eine Tankstelle,
die letzte vor der Insel Rab, so dass man überprüfen sollte, ob man noch über
genug Treibstoff verfügt. Während des Südwindes Jugo verursacht das Meer im
Hafen von Krk unangenehme Bewegungen, so dass Vorsicht geboten ist. An der
Hafenmole selbst, an deren äußerem Ende sich ein roter Leuchtturm befindet,
gibt es an ihrer gesamten Länge keinen Platz zum Anlegen. Auch ist das Meer
hier sehr seicht. Gegenüber gibt es eine breite Mole mit einem grünen
Leuchtturm. Hier ist das Meer zwischen 2,5 und 5 Meter tief und damit günstig
zum Anlegen. Die Tankstelle befindet sich im innersten Teil des Hafens, wo das
Meer etwas tiefer als 2 Meter ist.
Die
Insel Plavnik bildet
die Grenze zwischen dem Kvarneriæ und der Mittleren Passage (Srednja Vrata).
Plavnik ist auch häufig die Grenze verschiedener Wetterbedingungen. Kommen wir
aus der Richtung Opatija, erreicht die Bora bis Plavnik nicht die Stärke, wie
sie uns nach Plavnik erwartet. Nach dem Umfahren von
Plavnik beginnt man den Einfluss der Passage von Senj (Senjska Vrata) zu
spüren, ein Ort, der durch die heftigsten Windstöße der Bora bekannt ist.
Auch die Stärke des Jugo verringert sich plötzlich gleich hinter Plavnik, wenn
man in Richtung Opatija fährt. Für Jäger eine interessante Information: das
gut aufgeforstete Plavnik ist ein bekanntes Jagdrevier, in dem es eine Fülle
von Vögeln gibt. Die Anlegestelle ist am westlichen Kap von Plavnik, in
unmittelbarer Nähe des Leuchtturms, der nachts den Weg zwischen dieser Insel
und Cres kennzeichnet.
Wenn
uns die Bora überrascht, sollte man sich mit ihr nicht zu sehr anlegen. Am
gescheitesten ist es, die sichere Marina Punat aufzusuchen und einige Zeit
dieses Refugium zu genießen.
 ie
Marina Punat ist eine der größten im kroatischen Teil der Adria. Sie liegt
in der Puntarska draga, einer herrlichen Bucht, die eine berühmte kleine Insel
- Ko¹ljun - ziert. Der Eingang in die Bucht ist ziemlich seicht und durch grüne
und rote Bojen gekennzeichnet, die nachts beleuchtet sind. Da die Tiefe beim
Eingang außerhalb der gekennzeichneten Route plötzlich unter zwei Meter
abfällt, muss man aufmerksam auf die Karte schauen und genau gemäß den
Kennzeichnungen einfahren.
Die Marina Punat verfügt über fast 900 Vertäuungsplätze im Meer sowie
Trockenvertäuungen für 300 Boote auf dem Land. Es gibt hier eine Rezeption,
Restaurants, Kräne, Sanitäranlagen, ein freundliches Personal, mit einem Wort
alles was die Ansprüche der Nautiker zufrieden stellt. In unmittelbarer Nähe
der Marina befindet sich eine Schiffswerft, so dass es hier möglich ist, auch
größere Eingriffe am Boot vornehmen zu lassen. Die Tradition dieser Werft,
wenn man die Langlebigkeit alles Menschlichen auf Krk berücksichtigt, ist ein
Garant der Qualität ihrer Dienstleistungen. Mit Stolz trägt sie den Titel der
ältesten Schiffswerft an der Adria für die Herstellung von Booten aus Holz.
Der Ort Punat ist ein bekanntes touristisches Ziel für einheimische und
ausländische Gäste mit vielen Restaurants und schönen Badestränden. Oliven
und das hochwertige Olivenöl sind bekannte Produkte aus Puntar. Am Hafenkai,
der heute den zahlreichen Autos als Hauptparkplatz dient, sind immer viele
Fischerboote vertäut. Im Sommer finden auf dem Kai Fischerfeste statt, häufig
während der Abhaltung der bereits traditionellen Segelregatten, die viele
einheimische und ausländische Segler anziehen. Beim Verlassen von Punat und mit dem
Bug, der nach den nahegelegenen Kaps von Rab ausgerichtetet ist, müssen wir uns
der Tatsache bewusst sein, dass wir in einen Bereich gelangen, welcher der Bora
aus Senj ausgesetzt ist. Diese Bora erreicht auch im Sommer manchmal
Sturmstärke und im Winter die Stärke eines Orkans. Wenn die Bora bereits sehr
stark ist, oder aber auch nur aus Vorsicht, ist es am besten, direkt entlang der
Küste von Krk zu fahren. Wenn wir spüren, dass der Wind von der Seite her zu
blasen beginnt, peilen wir die nächstgelegene Küste der Insel Rab an. Sobald
wir die ersten Kaps auf der Insel Rab erreichen, erwartet uns ein angenehmer
Zufluchtsort.
Vor
der Durchfahrt durch die Passage von Senj (Senjska vrata) werden wir einen
kleinen Ort auf der sehr steilen Küste von Krk erblicken, der von Felsen
umgeben ist - Stara Ba¹ka. Einige Meilen vor Stara Ba¹ka, wobei wir die
Richtung unserer Reise beibehalten, werden wir auf einige herrliche Strände
treffen, die vom Land her unzugänglich sind und die wahrscheinlich unseren
Reiseplan ändern werden. Ihrer Schönheit kann man nur schwer widerstehen.
Obwohl gut besucht, da sie oft das Ziel von einheimischen Bootsführern ist, die
Gäste hierher bringen, weckt die Rauheit der Landschaft, von der sie umgeben
sind, in uns ein Gefühl der Vereinsamung. Der ungewöhnlichste Strand unter
ihnen ist das Ende eines langen Cañons, der bis zum Meer hinunter reicht.
Die Kieselsteine, aus denen er besteht, könnten auf das Bett eines einst
angeschwollenen Flusses hinweisen. Der benachbarte Strand von ähnlichem
Aussehen, der letzte vor der Küste, über der Stara Ba¹ka liegt, gehört zu
einem Camp.
Leider gibt es in Stara Ba¹ka selbst keinen Anlegeplatz, den wir
empfehlen könnten. Obwohl die Bora in dieser Bucht keine unangenehmen Wellen
bewirkt, bläst sie, abgelenkt durch die hohen Felsen, aus verschiedenen
Richtungen und behindert das Ankern und Anlegen. Am äußeren Ende der kleinen
Mole im südlichsten Teil des kleinen Hafens Stara Ba¹ka, könnte sich zwar ein
Platz für ein Boot finden, jedoch wäre das Anlegen im Falle irgendeines Windes
nicht gerade einfach. Wenn Sie Zeit haben und vor Anker gegangen sind, kommen
Sie mit einem Hilfsboot an Land, um einen Spaziergang durch Stara Ba¹ka zu
machen. Die Straße, die durch den ganzen Ort führt, ist so eng, dass kaum zwei
Fahrzeuge aneinander vorbeifahren können, jedoch gibt es alle einhundert Meter
einen gekennzeichneten Fußgängerübergang. Ein Fußgängerübergang?! Gleich
hinter den am höchsten gelegenen Häusern gibt es eine deutlich sichtbare
Markierung für einen Bergweg (vielleicht für Bergsteiger) zum nahegelegenen
steilen Gipfel mit schöner Aussicht.
Es ist also besser, im Falle einer starken Bora, wenn es die Verhältnisse
auf dem Meer zulassen, vor Anker zu gehen und an den erwähnten Stränden zu
baden, oder aber, falls es wegen der stärker blasenden Bora zu kalt wird, in
den Schutz der Punta zurückzukehren. Nur unerfahrene Nautiker versuchen ihren
Mut zu beweisen, indem sie der Bora Trotz bieten wollen.
Übrigens,
falls wir bisher Ko¹ljun nicht besucht haben, gibt es jetzt keine
Ausreden mehr. Seien Sie überzeugt, Ko¹ljun hat es verdient. Obwohl es nicht
Sinn und Zweck dieses Führers ist, den Nautikern das Kulturgut der Inselwelt
des Kvarner vor Augen zu führen, verdient die Eigenartigkeit und Beständigkeit
dieser kleinen Insel auch bei dieser Gelegenheit Erwähnung.
Nach der Überlieferung war dort, wo heute das Meer in der Puntarska draga
reicht, einst fruchtbares Land. Die Besitzer dieser Felder waren Brüder, von
denen jedoch der jüngere blind war. Im Herbst, als die Früchte der schweren
Arbeit aufgeteilt werden sollten, betrog der ältere Bruder den jüngeren. Nach
dem Muster der Märchen der Gebrüder Grimm war der Himmel darüber so erzürnt,
dass er das Unrecht wieder gutmachen wollte und den älteren Brüder schwer
bestrafte. In Draga trat nämlich das Meer über die Ufer, wobei der ältere
Bruder ertrank und der Besitz der Brüder überschwemmt wurde. Nur der jüngere,
blinde Bruder blieb auf einer Anhöhe verschont. Heute heißt diese vom Meer
umgebene Anhöhe, die den Jahrhunderten (zum Teil auch wegen des ruhigen
Gewissens) widerstand, Ko¹ljun.
In Ko¹ljun wird ein Stein kapitell aus dem VIII. Jahrhundert aufbewahrt. Im
XII. Jahrhundert wurde hier eine Benediktinerabtei gegründet und im XV.
Jahrhundert wurde die Insel von den Franziskanern übernommen. Die
Franziskanerkirche Mariä Verkündigung wurde im Jahre 1523 errichtet. Das
Kloster besitzt ein Archiv und eine Bibliothek mit Inkunabeln. Für die Nautiker
ist ein Exemplar des Ptolemäischen Atlasses interessant, der zwischen 1565 und
1570 in Venedig gedruckt worden war. Wenn Sie die Bora zur rechten Zeit von
einer Fortsetzung der Reise abgebracht hat, werden Sie jetzt vielleicht einem
der Konzerte beiwohnen, die im Kloster veranstaltet werden. Es muss nicht
besonders betont werden, dass viele der erhaltenen Schriften in Glagoliza
geschrieben sind. Diese sieht so aus: "Seid nicht starrsinnig".

|
 atürlich
wird es immer wieder Starrsinnige geben, die auch bei der ärgsten Bora über
den Kanal wollen, der Krk von Rab trennt. Sicher werden die Nautiker mit
Motorbooten vorsichtiger sein, da sie von den seitlich direkt aus der Passage
von Sinj kommenden Wellen gut durchgerüttelt und rechtzeitig zur Umkehr
gezwungen werden.
Segelboote sind stabiler, so dass auch Nautiker mit ungenügender Erfahrung
ein Abenteuer eingehen werden. Wenn dies der Fall ist und man sich trotzdem für
eine Fortsetzung der bisher angenehmen Kreuzfahrt entscheidet, sollte man
folgenden Rat befolgen: das Hauptsegel aufziehen, da man sich auf den Wellen,
die das Segelboot erfassen werden, nicht nur auf die Kraft des Motors verlassen
darf. Im übrigen geschieht es oft, dass der Motor wegen der Neigung des
Segelbootes aussetzt. Es gibt noch mehrere Gründe, jedoch werden Sie sie unter
diesen Bedingungen nicht entdecken können. Daher muss auch während der
stärksten Bora das Hauptsegel aufgezogen sein und nur so viel gekürzt werden,
wie es die Windstärke zulässt.
Leider
können wir auf Grund der Erfahrung sagen, dass die Nautiker bei solchen
Bedingungen meist das Vordersegel aufziehen. Hier, wo der Wind von der Seite
kommt, wird das Vordersegel das Boot nur vom vorgezeichneten Kurs abbringen.
Falls notwendig, können wir mit Hilfe des Hauptsegels auch umkehren, während
uns das Vordersegel immer mehr in Richtung Cres ziehen würde. Und auf Cres
werden Sie im Falle einer starken Bora keinen Zufluchtsort finden.
Obwohl
es unser erstes Ziel ist, in Rab Schutz zu finden, wird uns nach der Durchfahrt
durch die Passage von Senj die Wahl nicht leicht fallen, in welcher seiner
Buchten wir vor Anker gehen sollen. Es bieten sich Kamporska draga, Supetarska
draga oder Lopar an (letztere hat die Bezeichnung "draga" nicht
verdient und blieb eine gewöhnliche Bucht). Die Liebhaber von Sandstränden
können hier nicht fehlgehen. Wenn Gott die Kornaten aus Steinen geschaffen hat,
die ihm in der Hand verblieben sind, dann musste ihm hier ziemlich viel Sand
durch die Finger geronnen sein. Hier gibt es hunderte von Sandstränden!
Hunderte! Und der Strand in Lopar trägt den Namen - Rajska (Paradiesstrand).
Für die Nautiker ist der sicherste Zufluchtsort jedenfalls die ACI Marina
Supetarska draga in der gleichnamigen Bucht. Dies für den Fall, dass wir zu
dieser Kreuzfahrt nicht rechtzeitig aufgebrochen sind oder uns unterwegs
irgendwo zu lange aufgehalten haben, so dass uns die Nacht irgendwo auf dem Meer
überrascht.
Für
die Navigation dienen uns zwei Orientierungshilfen: das Kap Sorinj mit seinem
weißen Leuchtturm (B Bl 3s 10m 6M) und das Kap Kalifront, auf dem sich ein
Leuchtturm B Bl (3) 10s 11m 8M befindet. Wenn wir uns bei der Navigation des GPS
bedienen, ist die genaue Position des Leuchtturms auf dem Kap Sorinj N44 50,7
E14 41,0. Zwischen Kamporska draga und Supetarska draga befindet sich die kleine
Insel Maman, in dessen Nähe Untiefen sind. Die ACI Marina befindet sich am
inneren Ende der Supetarska draga. Die Mole der Marina ist etwa 200 Meter lang
und an ihrem äußeren Ende befindet sich ein roter Leuchtturm (C Bl 5s 4M).
Die Marina verfügt über 270 Vertäuungsplätze im Meer sowie über 50
Plätze für die Unterbringung der Boote im Trockenen. Die Vertäuungsplätze
sind mit Wasser- und Stromanschlüssen ausgestattet und die Marina bietet auch
die üblichen Dienstleistungen der ACI Marinas, wie Rezeption, Wechselstube,
Restaurant, Sanitäranlage, Service-Werkstätte, Kran mit 10 t Tragfähigkeit,
Ausziehwinde. Mit Treibstoff können wir uns hier nicht versorgen.
Am
Morgen, oder falls wir uns entschlossen haben, uns nicht auf den Sandstränden
des nordwestlichen Teiles von Rab aufzuhalten, setzen wir die Reise fort,
nachdem wir das Kap Kalifront umschifft haben. Das Kap Kanitalj liegt in der
Mitte einer Fülle von Buchten, die sich tief in den westlichen Teil von Rab
eingekerbt haben. Wenn wir das Kap Frkanj erblicken, dessen Spitze von einem
roten Leuchtturm gekennzeichnet ist, ist dies das Zeichen dafür, dass wir fast
bei der Stadt Rab angelangt sind.
Die Insel Rab wurde oft mit den Bewohnern der Meerestiefen verglichen. Zum
Beispiel erinnern seine Umrisse auf der nautischen Karte an einen Hummer. Das
Kap Stojann und das Kap Kalifront stellen dabei die Enden seiner Scheren dar...
Bei einer anderen
Gelegenheit wurde sie als Tintenfisch beschrieben, wobei die nördlich von Rab
gelegenen Inseln Prviæ, Grgur und Goli die Schwärze sind, die dieser
Tintenfisch auf der Flucht vor dem hungrigen Krk (wahrscheinlich ein Meeraal)
ausstößt. Aber der Grundriss irgendeiner Insel kann
nicht deren richtiges Bild wiedergeben. Ein Nautiker ist einfach kein Vogel.
Die Nautiker unterscheiden Inseln durch die Düfte und Farben sowie durch die
Tiefe ihrer Ufer und erinnern sich an sie durch den Geschmack des Weines aus
deren Landschaften. Rab jedoch, die Stadt Rab, wird dem Nautiker nicht nur wegen
ihrer zahlreichen Türme in Erinnerung bleiben, sondern vor allem wegen der
Harmonie der Klänge ihrer Glocken.
Dies ist nicht allzu verwunderlich, da Ivan Krstitelj Rabljanin (Johannes der
Täufer aus Rab), dessen Geburtsjahr nicht feststeht (er starb 1540) ein wahrer
Meister der Herstellung von Glocken war. Die größte Glocke mit einem Gewicht
von mehr als zweitausend Kilogramm goss er im Jahre 1506 in Dubrovnik.
Natürlich waren zu dieser Zeit die Glockengießer auch ihren Herrschern von
Nutzen, indem sie mit demselben Geschick für sie Kanonen gossen.
Leider wird uns beim Durchblättern der reichen Geschichte von Rab für immer
einer ihrer Teile fehlen - der Duft der Maulbeerbäume der Seidenraupen. Auf Rab
wurde nämlich bereits Seide erzeugt, als diese im Westen noch unbekannt war.
In
den Hafen von Rab kann man zwischen dem Kap Frkanj, auf dem sich ein roter
Leuchtturm (C Bl 2s 5m 4M) befindet, und der Sandbank von Frkanj, die durch
einen grünen Leuchtturm auf einem Betonfundament gekennzeichnet ist
(Z Bl 2s 2m 4M) einlaufen. Für die Nautiker, die über GPS verfügen,
führen wir die genaue Position der Sandbank Frkanj an: N44 44,99 E14 45,59. Die
Sandbank kann man auch von der südöstlichen Seite her umfahren. Der
Hafeneingang selbst ist durch einen roten Leuchtturm auf dem Kap Sv. Ante (C Bl
1,5s 7m 3M) und einen grünen Leuchtturm auf der kleinen Insel Tunera (Z Bl 2s
14m 4M) gekennzeichnet. Wegen der Untiefen in der Nähe der Insel Tunera wir
empfohlen, nahe dem roten Leuchtturm zu fahren.
Bei der Einfahrt in den städtischen Hafen werden wir noch eine Hafenmole
wahrnehmen, die den Hafen vor den Südwinden schützt. Auf dem städtischen Kai
befinden sich viele Gummiabweiser, was ein sicheres Zeichen dafür ist, dass
hier Linienschiffe anlegen. Etwas weiter gelangen wir in einen Teil des Hafens,
der zwar zum Anlegen geeignet ist, jedoch meistens voll von Fischerbooten ist.
Am inneren Ende des Hafens befinden sich viele Bojen, an denen die Nautiker ihre
Boote vertäuen können. Da es am Ufer selbst sehr seicht ist, ist es am besten,
das Boot mit dem Hecktau an einer Boje zu vertäuen und mit dem Bug am Ufer.
Hier ist auch bereits das Ende der Bucht. Auf der anderen Seite gibt es
zahlreiche Boote der heimischen Bevölkerung, die an einigen Pontons vertäut
sind. Hier ist das Meer seicht und es empfiehlt sich, kein noch größeres
Gedränge zu verursachen.
Zwischen diesem Vertäuungsplatz für die Einheimischen und der ACI Marina
Rab befindet sich eine Tankstelle. Gleich dahinter sind schwimmende Pontons
der ACI Marina angebracht. Die Vertäuungsplätze sind mit Wasser- und
Stromanschlüssen ausgestattet, während sich die übrigen Objekte der Marina
(Sanitäranlagen Rezeption, Restaurant) auf der gegenüberliegenden Seite der
Straße befinden, die hier direkt entlang des Ufers führt. Obwohl es während eines stärkeren
Jugo in der ganzen Bucht sehr ungemütlich ist, ist es am unsichersten, das Boot
im städtischen Teil des Hafens, direkt an dessen Mauern zu vertäuen. Außer
dass der Jugo sehr unangenehme Wellen verursacht, kann sich das Niveau des
Meeres so rasch heben, dass sich die Nautiker nicht rechtzeitig entscheiden
können, ob sie den Platz wechseln (in die Marina) oder aus der Bucht ausfahren
sollen. Wenn das Meer einmal das Niveau des Hafens erreicht, ist es sehr schwer,
eine sichere Art für den Schutz des Bootes vor Beschädigungen zu finden.
Rab ist eine richtige touristische Stadt, die man nicht als Städtchen
bezeichnen kann, da sie wirklich alles besitzt, was sich die Touristen in ihrem
Urlaub gewünscht haben.
Auf nach dem Süden! Die Reise wird uns entlang der langen Insel Pag
führen. Viel Glück!
|
|